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Das optimale Temperament des Weimaraners

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Temperament ist eine geerbte Disposition, die den Hund sozial und für seine Umwelt in einer gegebenen Weise reagieren lässt.
Es hängt von einer Kombination aus ererbten Verhaltensstrukturen und frühen Lebenserfahrungen ab. Das Temperament hat sich in einem Alter von 3 Monaten fest etabliert und verbleibt relativ konstant das gesamte Hundeleben hindurch.
Gute Indikatoren für das endgültige Temperament eines Wolfswelpen können in einem Alter von 7 Wochen mit Hilfe eines Welpen-Eignungstests (PAT- puppy attitude test) und anderen Tests erkannt werden.
Prädispositionen, die ein Wolfsjunges erbt, werden bestimmen, wie sich seine Fertigkeiten entwickeln - welche Arten von Arbeit und Aktivität ihm Erfolg bringen und er gern ausführen wird, wie sozial er wird und wie schnell er lernt. Natürlich wird passende Sozialisierung, Exponierung und Ausbildung von Nöten sein, um diese natürlichen Eigenschaften Früchte tragen zu lassen. Einige der erblichen Eigenschaften bestimmen, ob das Temperament (des Hundes) für alle Rassen gleich ist. Diese umfassen die Tendenz :
- mehr oder weniger empfindsam auf Stimulationen der Umwelt zu reagieren (hyperaktiv oder apatisch)
- Aktiv (Kampf) oder passiv (Flucht oder "Einfrieren") auf Drohung zu reagieren
- Mehr oder weniger sozial dominierend oder devot auf Dominanz zu reagieren
- Mehr oder weniger unabhängig oder gesellig zu sein, dh. in der Lage zu sein zusammen mit Artgenossen und Menschen wohnen zu können und sich dabei wohl zu fühlen.
Ein Hund soll ein gesundes (stabiles) Temperament besitzen, was heisst, dass sich keine der oben genannten Eigenschaften im Extrem zeigen, und dass der Hund einen Charakter hat, der es ihm ermöglicht sich sicher und berechenbar in der Gesellschaft mit anderen Hunden und Menschen zu verhalten.
Weitere erbliche Eigenschaften, die das Temperament des Hundes bestimmen sind nicht generell für alle Rassen gleich, sondern sind selektiv hervorgezüchtet worden, um dem Arbeitsziel der jeweiligen Rasse zu dienen.


weimaraner


Der Weimaraner ist dazu "entwickelt" worden, als Allround- Jagdgebrauchshund seinen Einsatz zu finden, für zB.:
-die Jagd auf Kleinwild und Hühnervögel,
-Hühnervögeln vorzustehen und dem Apport von Hühnervögeln, Wasservögeln und geschossenen Wild,
-Nachsuche von lebenden flüchtenden oder/und krankgeschossenen Vögeln und Wild,
-und dem Schutz des Hundeführers.
Die Vermehrung von Hunden, die in der Lage sind dieser Variation an Arbeitsaufgaben gerecht zu werden, erfordert selektive Zucht, um genau diesen ausgeprägten Jagd-, Pointing-, Retrieving-, Trailing- und Schutztrieb zu erreichen.
Damit der Weimaraner für seine (Arbeits-)Bestimmung nützlich und ausbildbar ist, muss er ein "korrektes" Temperament haben, welches daraus besteht - sowohl ALLE diese Instinkte zu zeigen, als auch ein "gesundes" Basistemperament zu besitzen.
Eine ordentliche Portion!

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Der Weimaraner sollte sowohl ein solides, als auch das richtige Temperament für seine Rasse haben. Ein Weimaraner mit einem soliden Basistemperament ist flexibel und trainierbar. Der Job, zu dem der Weimaraner ursprünglich gezüchtet wurde - auf Abstand, aber zusammen mit seinem Hundeführer zu jagen - entscheidet, wo, auf einer Skala jeder der folgenden vier Züge, die für alle Rassen gleich sind, sein Temperament liegen sollte.

1. Erregbar oder gehemmt?

Dies verweist auf die ererbte Tendenz eines Hundes mehr oder weniger aufmerksam auf externe Stimuli, wie zB. Geräusche, Gerüche, Berührungen und Sichteindrücke zu reagieren. Ein Hund der aktiv mit Begeisterung und begrenzter Selbstkontrolle auf Berührungen oder neue Eindrücke, neue Düfte und Geräusche reagiert, ist leicht erregbar.
Ein Hund, der diese Stimuli ignoriert ist gehemmt und ein Hund, der mit Erstaunen und Rückzug von diesen Stimuli reagiert, ist sehr gehemmt.
Dieser Typ Hund kann als "Berührungs-sensibel", "Eindrucks-sensibel" oder "Geräusch-sensibel" betrachtet werden. Eine Balance zwischen den zwei Extrempunkten ergibt einen ausbalancierten, mutigen und sicheren Hund.
Bei der ererbten Tendenz erregbar oder gehemmt zu sein, sollte der Weimaraner auf dem goldenen Mittelweg zwischen den beiden Extremen liegen; wachsam, ruhig und selbstsicher in seiner Umwelt, ohne schüchtern, hyperaktiv oder nervös zu sein.

2. Aktive oder passive Abwehrreflexe?

Dies verweist auf die ererbte Tendenz eines Hundes bei "persönlicher" Bedrohung entweder zu kämpfen, "einzufrieren" oder zu flüchten.
Es kann auch als "Beutetrieb" beschrieben werden.
Ein Hund, der sofort beisst, wenn er bedroht wird, hat sehr aktive Abwehrreflexe (eine geringe Beisshemmung).
Ein Hund der flüchtet oder "gefriert" und erst beisst, wenn er keinen anderen Ausweg sieht oder in anderen extremen Situationen von Zwang, hat sehr passive Abwehrreflexe (hohe Beisshemmung).
Ein Weimaraner sollte bei dieser ererbten Tendenz mehr aktive oder passive Abwehrreflexe zu zeigen, verhältnismässig passive Abwehrreflexe haben
- es sollte starke Provokation erfordern seine Beisshemmung zu überwinden.

3. Dominant oder unterwürfig?

Dies verweist auf die ererbte Tendenz eines Hundes zu versuchen Autorität über Mitglieder seines "Rudels" zu erlangen oder der Wille Leedership zu akzeptieren.
Ein Hund, der häufig aufreitet, knurrt, markiert und ein profilierungssuchendes Verhalten gegenüber von Menschen und anderen Hunden an den Tag legt, ist stark dominierend.
Ein Hund, der gerne das "Sagen" an andere Hunde und Menschen, durch Puffen, Pfotegeben, sich auf den Rücken legen, abgibt oder anderes devotes Verhalten zeigt, ist stark unterwürfig.
In der ererbten Tendenz mehr dominierend oder mehr unterwürfig (der Versuch Autorität über Menschen oder andere Hunde auszuüben oder der Wille Leedership zu akzeptieren) zu sein, sollte der Weimaraner in der Mitte liegen, oder leicht unterwürfig
- er sollte nicht konstant seine Menschen um deren Position oder andere Hunde herausfordern.

4. Selbständig oder abhängig?

Hierbei wird die Tendenz des Hundes gemeint, einen grösseren sozialen Abstand vom Menschen oder anderen Hunden zu halten oder der Wunsch nach näherem Kontakt und häufigeren Interaktionen mit diesen.
Dies wird auch als "Rudeltrieb” bezeichnet.
Bei dieser ererbten Tendenz mehr unabhängig oder mehr selbständig zu sein, sollte der Weimaraner etwas mehr auf der unabhänigen Seite sein
- er sollte nicht so gesellig sein, dass er nicht in der Lage ist vom Menschen oder anderen Hunden weg zu arbeiten.



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Ein Weimaraner mit dem korrekten Temperament (für seine Rasse) ist für den Zweck, zu dem diese Rasse entwickelt wurde, nützlich und zeigt deutliche Zeichen folgender Eigenschaften - direkt vom Welpenalter an:
Jagdinstinkt
- die angewölfte Tendenz des Hundes von seinem Besitzer weg zu ziehen, um die Umgebung zu erforschen. Alle neuen und/oder natürlichen Umgebungen sollten die Neugierde des Weimaraners wecken und seine Nase sollte ihn ins Ungewisse führen, ohne dass es Wild zu Jagen, Spielzeug oder andere Hunde erfordert, die ihn locken.
Vorsteherinstinkt
- die angewölfte Tendenz des Hundes bei Duft oder/und Sicht von Wild zu "gefrieren". Auslöser dieses Zuges brauchen nicht unbedingt Vögel oder andere Wildtiere sein - Welpen werden vorbeifliegenden Plastiktüten, Singvögeln oder Katzen vo
rstehen. Apportierinstinkt - die angewölfte Tendenz des Hundes geworfene oder gefundene Gegenstände und Wild zu seinem Besitzer zurück zu bringen. Es sollte bemerkt werden, dass ein guter Apportierinstinkt SOWOHL den Wunsch des Besitzens und des Tragens des Gegenstandes und/oder Wild UND den Wunsch es freiwillig an seinen Besitzer abzugeben umfasst.
Nachsucheinstinkt
- die angewölfte Tendenz der Spur eines Menschen oder Tieres mit der Nase am Boden zu folgen. Die Nachsuche eines Weimaraners auf angeschossenes Wild wird oft durch Spurlaut begleitet, wenn er auf der Fährte ist.
Schutzinstinkt
- die angewölfte Tendenz eines Hundes seinen Besitzer,seine Familie und deren Eigentum zu beschützen. Dieses Merkmal zeigt sich allerdings generell erst in der späteren Welpenzeit, und der Weimaraner, der niemals agressiv ist, sollte soviel Urteilsvermögen haben, nur in den Situationen zu bellen oder zu beissen, die Schutz erfordern.

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Genauso, wie ein Weimaraner idealerweise den "Look" hat, der in Übereinstimmung mit dem Rassestandard für den Körperbau ist,
sollte er auch mit gesundem und korrektem Temperament "handeln", welches ihm ermöglicht flexibel, leicht ausbildbar und hervorragend für den Zweck zu sein, für den die Rasse gezüchtet wurde.
Die Qualitäten seines Temperaments, welche im Rassestandard beschrieben sind und für Show- und Jagdprüfungen verlangt werden, sind:
- selbstsicher, furchtlos, mutig,
- unabhängig, aufmerksam, interessiert, intelligent,
- folgsam, freundlich, sanft og beschützend.
Aggressivität, Bosheit, starke Furcht, Schüchternheit und Nervosität gelten als grobe Fehler.
Bis vor Kurzem war Temperament der ausschlaggebende Faktor, wenn gezüchtet werden sollte. Zum Beispiel wurde ein Weimaraner, der eifrig bei der Nasenarbeit war, schnell lief, schwer auf dem Felde arbeitete, die Richtung gut nahm, ohne zu zögern vorstand, gut mit Menschen und anderen Hunden umging, gesund und nützlich dabei war Essen auf den Tisch zu "setzen", genau deshalb weiter gezüchtet.
Aber leider gab es in den letzten Jahren immer wieder Züchter, die mehr Gewicht auf das Physische des Hundes gelegt haben, als auf sein Temperament, als sie Hunde zur Zucht aussuchten.
Die meisten Züchter gewichten das Temperament ihrer Zuchthunde nicht hoch genug , und einige gewichten es gar nicht.

Was ist das Resultat?

Eine Verringerung im Temperament, mit viel zu vielen Zufällen von "Vorgarten-Dekoration"´s Weimaraner, die die tiefe Brust, vorderste und hinterste Winkelung, Toplinie, Mundstruktur und Grösse haben, die im Rassestandard als "In erster Linie.... ausdauernd im Feld jagen zu können", beschrieben wird. Der aber weder jagen, vorstehen, nachsuchen oder apportieren kann, da er zu hyperaktiv, nervös, ängstlich, dominant oder/und zu unterwürfig ist, als dass man ihn ausbilden könnte, oder dem die ausreichende Dreistigkeit und Unabhängigkeit fehlt, welche für die Jagdarbeit von Nöten ist.
Ein Weimaraner, dem entweder ein solides oder korrektes Temperament für seine Rasse fehlt, ist nicht anders, als ein Hund, der nicht den Ansprüchen des Rassestandards entspricht, wie zB. heftige O-Beine, hängender Rücken oder grobe Überdimensionierung, Dysplasie oder fehlende Zähne.
Es ist ein Vergnügen mit einem Weimaraner, der sowohl ein gesundes und korrektes Temperament für seine Rasse hat zusammen zu leben, zu trainieren und zu jagen.
Wenn das Ziel der Züchter ist , wie es sein sollte:
"Verbesserung der Rasse", dann steht die Gewichtung des Temperaments des Weimaraners auf gleichem Niveau mit physischen Charakteristika und gesundheitlichen Aspekten im Zuchtprogramm.


Übersetzt von Susanne Lundholdt Garborg

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