Schärfe, Härte und der Weimaraner
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 17:11 Uhr

Mannschärfe
Da ich von Interessierten gefragt wurde, wie es denn sei mit "der Schärfe des Weimaraners", möchte ich mich diesem Thema bei weimaraners.dk widmen.
Als erstes gilt es die Begriffe Schärfe und Härte von einander zu unterscheiden:

Generell gesehen ist Schärfe die stets gegenwärtige Bereitschaft zur kämpferischen Auseinandersetzung.
Je nach Kampfobjekt unterscheiden wir mehrere Arten von Schärfe:
1. Wildschärfe (Zuchtziel),
2. Raubwild- und Raubzeugschärfe ("Härtenachweis" ist erwünscht),
3. Mannschärfe (nicht mehr Zuchtziel) / Verteidigungsschärfe (die wesentlicher Bestandteil des Wesenstestes des Weimaraner Klub e.V. ist).
Analog dazu gibt es auch noch die Bereitschaft zur Schärfe gegenüber Artgenossen, anderen Tieren oder Ersatzobjekten (auch diese Arten von Schärfe sind beim Weimaraner nicht erwünscht und/oder Zuchtausschliessend!).
Zitat:
„Als „hart“ bezeichnet man einen Hund, der sehr unempfindlich gegen körperliche und belastende seelische Reizwirkungen ist.
Ein „harter“ Hund ist aber nicht unbedingt auch ein „scharfer“.
Umgekehrt gilt dieses natürlich auch.
Dass sich beides ergänzt und erstrebenswert ist, bleibt unbenommen. Für die spätere Verwendung als Jagdhund ist ein möglichst frühes Erkennen größerer oder geringerer „Härte“ wichtig.”
„Zu schwierigen und langen Hetzen auf Stöber- und Drückjagden und zum Stellen und Sprengen von Schwarzwild ist Härte einfach Voraussetzung.
Natürlich sind hier auch der angewölfte Beutetrieb sowie Temperament, Konstitution und Ausdauer von besonderer Bedeutung.
Die beiden letzten Voraussetzungen hat der Führer in der Hand. Dabei verhalten sich Hunde in unterschiedlichen Situationen selbstverständlich auch unterschiedlich.
Auch bei Jagdhunden gilt der Grundsatz:
Jedes Individuum hat sein eigenes Verhaltensmuster, es passt sich der jeweiligen Situation an.
Es hat sich im Laufe der jagdkynologischen Forschung der letzten Jahrzehnte herausgestellt, dass ein Vierläufer, der nicht vom Welpenalter an mit der rauen Praxis konfrontiert wurde, von dem alles Unerfreuliche ferngehalten wurde, die angewölfte „Härte“ vermissen lässt.
Er hat den ganz elementaren Existenzkampf mit der Umwelt nie kennengelernt. Seine natürlichen Anlagen sind verkümmert.”
” Unter Schärfe verstehen wir die Bereitschaft und Furchtlosigkeit des Hundes zu kämpferischen Auseinandersetzungen mit dem Wild oder auch (unerwünscht) mit Artgenossen.
„Schärfe“ wird als Grad der Auslösbarkeit aggressiven Verhaltens definiert, d. h., Bauhunde(Teckel etc.) sollten eine hohe Aggressivität gegen Raubwild mitbringen. Man spricht hier von Raubwildschärfe und von Wildschärfe, wenn diese Hunde auch kämpferisch am Schwarzwild jagen.“
„Zitat: „Diese Schärfe hat jedoch nichts mit Bissigkeit oder hoher Aggressionsbereitschaft gegen Artgenossen oder Menschen zu tun.
Das Wesen dieser Schärfe beruht darin, dass die ganze Energie des Hundes an die Verfolgung von Wild gesetzt wird und dass sie beim Erreichen der Beute in ein festes Zupacken (Fassen) und gegebenenfalls in ein entschlossenes Abwürgen übergeht.“
” Ein Jagdhund, der in jeder Situation trotz unverhoffter Einwirkung starker Reize bedingungslos am Wild bleibt, kann als scharf bezeichnet werden.
Er verfügt über ein gutes Nervensystem und wird selten mit Verzagtheit reagieren. Wenn dieser Mut jedoch an Selbstaufgabe grenzt, ist das Zuchtziel weit überschritten. Eine solche Rasse verliert ihre Existenzberechtigung.“Zitatende
Zitiert wurde Gorch-Peter Nolte, Jagdteckelverein
Zitat:
"Ersatzlos gestrichen gehört der Begriff der „Mannschärfe“!
Es gibt dafür keine spezifische Anlage beim Hund, höchstens beim Hundeführer.
Angriffshandlungen von Hunden gegen Menschen sind hundliche Übergriffe auf Menschen.
Anders zu beurteilen ist eine existenzielle Bedrohung des Hundes oder seiner Rudelmitglieder durch (fremde) Menschen. Es muss ihm erlaubt sein, sein Leben, seine Unversehrtheit beziehungsweise die seiner „Familie“ zu verteidigen. Auch er hat ein achtenswertes Selbsterhaltungsrecht. Das muss jeder Kreatur auf dieser Welt zuerkannt werden.
Aggressivität gegen Menschen bei einem Jagdgebrauchshund ist nicht nur unnötig, sondern auch in hohem Maße unpassend.
Ein Hund, der einen Menschen „aktiv angreift“, gilt als gefährlicher Hund nach dem Willen des Gesetzgebers.
Das sind Jagdgebrauchshunde nicht."Zitatende
Zitiert wurde Professor Hans Wunderlich, Tierschutzbeauftrager JGHV
Je nach Kampfobjekt unterscheiden wir mehrere Arten von Schärfe:
1. Wildschärfe (Zuchtziel),
2. Raubwild- und Raubzeugschärfe ("Härtenachweis" ist erwünscht),
3. Mannschärfe (nicht mehr Zuchtziel) / Verteidigungsschärfe (die wesentlicher Bestandteil des Wesenstestes des Weimaraner Klub e.V. ist).
Analog dazu gibt es auch noch die Bereitschaft zur Schärfe gegenüber Artgenossen, anderen Tieren oder Ersatzobjekten (auch diese Arten von Schärfe sind beim Weimaraner nicht erwünscht und/oder Zuchtausschliessend!).
Zitat:
„Als „hart“ bezeichnet man einen Hund, der sehr unempfindlich gegen körperliche und belastende seelische Reizwirkungen ist.
Ein „harter“ Hund ist aber nicht unbedingt auch ein „scharfer“.
Umgekehrt gilt dieses natürlich auch.
Dass sich beides ergänzt und erstrebenswert ist, bleibt unbenommen. Für die spätere Verwendung als Jagdhund ist ein möglichst frühes Erkennen größerer oder geringerer „Härte“ wichtig.”
„Zu schwierigen und langen Hetzen auf Stöber- und Drückjagden und zum Stellen und Sprengen von Schwarzwild ist Härte einfach Voraussetzung.
Natürlich sind hier auch der angewölfte Beutetrieb sowie Temperament, Konstitution und Ausdauer von besonderer Bedeutung.
Die beiden letzten Voraussetzungen hat der Führer in der Hand. Dabei verhalten sich Hunde in unterschiedlichen Situationen selbstverständlich auch unterschiedlich.
Auch bei Jagdhunden gilt der Grundsatz:
Jedes Individuum hat sein eigenes Verhaltensmuster, es passt sich der jeweiligen Situation an.
Es hat sich im Laufe der jagdkynologischen Forschung der letzten Jahrzehnte herausgestellt, dass ein Vierläufer, der nicht vom Welpenalter an mit der rauen Praxis konfrontiert wurde, von dem alles Unerfreuliche ferngehalten wurde, die angewölfte „Härte“ vermissen lässt.
Er hat den ganz elementaren Existenzkampf mit der Umwelt nie kennengelernt. Seine natürlichen Anlagen sind verkümmert.”
” Unter Schärfe verstehen wir die Bereitschaft und Furchtlosigkeit des Hundes zu kämpferischen Auseinandersetzungen mit dem Wild oder auch (unerwünscht) mit Artgenossen.
„Schärfe“ wird als Grad der Auslösbarkeit aggressiven Verhaltens definiert, d. h., Bauhunde(Teckel etc.) sollten eine hohe Aggressivität gegen Raubwild mitbringen. Man spricht hier von Raubwildschärfe und von Wildschärfe, wenn diese Hunde auch kämpferisch am Schwarzwild jagen.“
„Zitat: „Diese Schärfe hat jedoch nichts mit Bissigkeit oder hoher Aggressionsbereitschaft gegen Artgenossen oder Menschen zu tun.
Das Wesen dieser Schärfe beruht darin, dass die ganze Energie des Hundes an die Verfolgung von Wild gesetzt wird und dass sie beim Erreichen der Beute in ein festes Zupacken (Fassen) und gegebenenfalls in ein entschlossenes Abwürgen übergeht.“
” Ein Jagdhund, der in jeder Situation trotz unverhoffter Einwirkung starker Reize bedingungslos am Wild bleibt, kann als scharf bezeichnet werden.
Er verfügt über ein gutes Nervensystem und wird selten mit Verzagtheit reagieren. Wenn dieser Mut jedoch an Selbstaufgabe grenzt, ist das Zuchtziel weit überschritten. Eine solche Rasse verliert ihre Existenzberechtigung.“Zitatende
Zitiert wurde Gorch-Peter Nolte, Jagdteckelverein
Zitat:
"Ersatzlos gestrichen gehört der Begriff der „Mannschärfe“!
Es gibt dafür keine spezifische Anlage beim Hund, höchstens beim Hundeführer.
Angriffshandlungen von Hunden gegen Menschen sind hundliche Übergriffe auf Menschen.
Anders zu beurteilen ist eine existenzielle Bedrohung des Hundes oder seiner Rudelmitglieder durch (fremde) Menschen. Es muss ihm erlaubt sein, sein Leben, seine Unversehrtheit beziehungsweise die seiner „Familie“ zu verteidigen. Auch er hat ein achtenswertes Selbsterhaltungsrecht. Das muss jeder Kreatur auf dieser Welt zuerkannt werden.
Aggressivität gegen Menschen bei einem Jagdgebrauchshund ist nicht nur unnötig, sondern auch in hohem Maße unpassend.
Ein Hund, der einen Menschen „aktiv angreift“, gilt als gefährlicher Hund nach dem Willen des Gesetzgebers.
Das sind Jagdgebrauchshunde nicht."Zitatende
Zitiert wurde Professor Hans Wunderlich, Tierschutzbeauftrager JGHV

Ein mannscharfer (sprich: offensiv aggressiver) Jagdhund ist nicht mehr wünschenswert und daher wird dieses Merkmal nicht mehr geprüft und in der Zucht nicht mehr gewichtet.
Das Herauszüchten dieses Merkmales allerdings (so Jagdkundige), würde einen direkten Einfluss auf die rassetypische Wild- und Raubzeugschärfe haben und diese negativ beeinflussen...
Zu unterscheiden sind in diesem Zusammenhang:
Die offensive Aggressivität gegenüber Menschen (Mannschärfe) und
die defensive Aggressivität gegenüber Menschen (Verteidigungsschärfe)
Anmerkung von Markus Ehmann, Weimaranerzüchter im Weimaranerklub e.V., Zwinger "Von der Vogelweide"
Zitat:
"Sie unterscheiden zwischen Mannschärfe, die Sie als offensive Schärfe bezeichnen, und Verteidigungsschärfe, die Sie als defensive Schärfe bezeichnen. Das ist eine sehr einleuchtende und nachvollziehbare Definition. Aus meiner Sicht ist es jedoch so, dass die "offensive Schärfe" noch nie erwünscht war. Nur wurde (und wird) der Begriff Mannschärfe immer auf diese Weise missverstanden (Mannschärfe=offensive Schärfe=Bissigkeit). Die Mannschärfe sollte schon immer eine (gegen Menschen gerichtete) Verteidigungsschärfe sein.
Die Missverständlichkeit dieses Begriffes veranlasste den Weimaraner-Klub dazu, diesen Begriff nicht mehr zu verwenden (Auslöser war damals die aufkommende Kampfhundediskussion). Der Rassestandard wurde daher vor ein paar Jahren verändert und der Begriff "mannscharf" durch den Passus "... wachsam ... " ersetzt."
Zitatende.
Zitat:
"Mannschärfe:
Die in heutiger Zeit viel diskutierte „Mannschärfe“ brauchen wir beim BGS nicht, und sie ist in der Regel als Anlage auch nicht vorhanden. In einer Zeit und in einem Umfeld, wo der tägliche Kontakt mit anderen Naturnutzern unvermeidbar ist, brauchen wir Hunde, die nicht durch aggressives Verhalten „provozieren“. Ganz im Gegenteil, die Jägerschaft sollte mit wesensstarken, gut sozialisierten Jagdhunden auffallen.
Verteidigungsschärfe:
Früher wurde beim BGS unter dem Begriff der Schärfe auch das Verteidigen des erlegten Wildes oder des Rucksacks gesehen.
Im Gebirge und bei sehr widrigen Geländeverhältnissen war es in früheren Zeiten notwendig, den Schweißhund nach der roten Arbeit am gefundenen Stück abzulegen. Er musste das Wild gegen Zugriff von Unbefugten verteidigen. "Zitatende
Zitiert wurde Thomas Wengert, 1. Vorsitzender des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde 1912

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