Der blaue Weimaraner

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weimaraner

Von Homer Carr (1957)

Die warme, schiefergraue Farbe, die auch als "blau" bei Weimaranern bezeichnet wird, ist das Ergebnis von dem, was die Wissenschaft eine genetische Mutation nennt.
Verfügbare Daten zeigen, dass diese Mutationen in sehr seltenen Abständen in der Geschichte der Rasse auftraten. Soweit bekannt ist, ist diese blaue Mutation zweimal im letzten Vierteljahrhundert erschienen und nur in Europa.

In Österreich ist ein einziger blauer Welpe in den 40er Jahren in einem Wurf von silberfarbenen Welpen von Robert Pattay, ehemaliger Präsident des Österreichischen Weimaraner Club gefallen.
In Deutschland gab es einen einzigen blauen Welpen in einem Wurf von silbergrauen Weimaranern, die Ludwig Gaul aus Gaiberg, einem Dorf in der Nähe von Heidelberg, gehörten.
Dieser Welpe, gewölft am 25. Februar 1947, ist Cäsar von Gaiberg, der Vorfahre der blauen Weimaraner in Amerika.
Während des Zweiten Welt Krieges war Captain Harry J. Holt für „American Army's Automobile-Tire-Rebuilding-Establishment” in Deutschland tätig. Aufgrund seiner Arbeit durchreiste Captain Holt, der ein erfahrener Hundekenner war, alle Regionen des besetzten Deutschlands.


Herr W.A. Olson von Minneapolis, Minnesota / USA, ein alter Freund von Captain Holt, bat den Captain darum, nach einem herausragenden Weimaraner Ausschau zu halten, den er für ihn kaufen solle. Während dieser Suche besuchte Captain Holt viele der bekanntesten Weimaraner-Züchter in Deutschland, aber erst, als er Cäsar von Gaiberg sah, wusste er, dass er einen optimalen gesunden Hund gefunden hatte.

Captain Holt kaufte Cäsar von Gaiberg von seinem Züchter, Ludwig Gaul und schickte ihn Herrn Olson nach Minneapolis, der noch immer Eigentümer noch Caesar ist.
Cäsar von Gaiberg, der vom Deutschen Weimaraner Klub registriert ist, und sein offizieller Stammbaum wurde vom Vorsitzenden des deutschen Klubs unterzeichnet.

Nach Cäsar von Gaibergs Ankunft in den Vereinigten Staaten, übernahm Herr Olson den Hund und stellte ihn auf den American Kennel Club Shows aus, bis Caesar die 10 Punkte für seine Auszeichnung auf einer „Bench-Show“ (http://www.nationalkennelclub.com/NKC%20Hunt-Info/nkc_bench_show_guidelines.htm) gewonnen hatte. Als diese Herausforderung erfüllt war und der American Kennel Club den Hund geprüft und genehmigt hatte, wurde Cäsar von Gaiberg, ein blauer Weimaraner mit deutscher Abstammung vom American Kennel Club unter der Nummer S-390759 registriert.
Wenn dieser Weimaraner mit anderen vom A.K.C. registrierten und zugelassen Hündinnen zukünftig gepaart wurde, hatten Caesar's Nachkommen somit Anspruch auf Eintragung als AKC reinrassige Weimaraner.


Genetisch gesehen ist die blaue Farbe beim Weimaraner dominant gegenüber der häufigeren Silberfarbe. Die blaue Farbe ist definitiv kein rezessives Merkmal, die auch als "Fehler" im aktuellen (1957) Weimaraner-Standard angeführt wird.

weimaraner

Silbergrau ist rezessiv gegenüber Blau. Die blaue Farbe ist kein "Throw-back" (Rückschritt); dies ist ein Begriff, der unwissenschaftlich für das Wiedererscheinen eines längst begrabenen rezessiven Merkmals verwendet wird.
Die Chancen für das Auftreten einer anderen Blau-Mutation sind astronomisch, aber abgesehen von einem solchen Zufall, ist es genetisch unmöglich, einen blauen Weimaraner aus einer Paarung von zwei silbernen Hunden, unabhängig von der Farbe der Eltern oder anderen Vorfahren der Hunde, die gezüchtet werden, zu produzieren.
Abgesehen von einer Mutation ist der einzige Weg, einen Wurf mit einem oder mehreren blauer Welpen zu erzeugen der, dass ein oder beide Elternteile blau sein müssen.
Entschlossene Bemühungen dem blauen Weimaraner zu schaden, haben seit 1950 kontinuierlich dazu geführt, dass viele bewusst falsche und schädliche Aussagen über Cäsar von Gaiberg sowohl in verbaler als auch in gedruckter Form gemacht wurden.
Die meisten dieser Aussagen zielten entweder darauf hin, dass seine deutsche Eintragung verfälscht worden sei (dieser Vorwurf wurde vom AKC zurückgewiesen) oder dass ein Verbot der Zucht im offiziellen deutschen Stammbaum Cäsar´s stehe, welches vom Vorsitzenden des Deutschen Weimaraner Klub e.V. unterzeichnet wurde.
Ich selbst habe das Original des Stammbaumes gesehen und ich habe eine beglaubigte Fotokopie dieses in meinem Besitz.
Eine beglaubigte Übersetzung der Aussagen im Stammbaum ist wie folgt: "Verwendung für die Zucht nur zulässig, wenn die Qualifikation, die für den ersten oder zweiten Platz nach den Regeln der Organisation für die „Jugendprüfung "(VJP) erforderlich sind, nachträglich genehmigt werden. Da Cäsar von Gaiberg eine schwarze Nase hat, schwarze und braune Markierungen auf dem Rücken, im Verhältnis relativ kurze Ohren hat und seine Augenfarbe nicht rein bernsteinfarben ist, müssen seine Nachkommen genauestens beobachtet werden und im Zweifelsfall das Amt welche das Zuchtbuch hält, informiert werden."
Der erste Satz des obigen Textes erscheint auf allen offiziellen deutschen Stammbäumen der Weimaraner, die aus Deutschland importiert wurden.
Ich habe eine Kopie von Ch. Burt v.d. Harrasburg und einige andere Weimaraner deutscher Abstammung mit dem gleichen Satz.
Die Bestimmungen des Zertifikats nicht mehr wirksam gegen Cäsar von Gaiberg als gegen andere Hunde, wie Cäsar, die nach Amerika gebracht wurden, bevor sie in der deutschen VJP (Jugendprüfung) bewertet werden konnten.

Cäsar von Gaiberg, Stammvater der blauen Weimaraner Amerikas, wurde mit einer sehr großen Anzahl von silberfarbenen Hündinnen hier in den USA gepaart. Solche Paarungen haben zu Würfen geführt, die strikt mit den Mendelschen Gesetzen der Genetik für einfache Dominanz und Rezessivität übereinstimmen - wo Würfe im Durchschnitt beinahe zu 50 Prozent aus blauen und zu 50 Prozent aus grauen Welpen bestehen.

Wenn ein blauer Weimaraner mit einem silbergrauen Weimaraner gepaart wird, treten keine Mischfarben bei den Welpen auf. Die beiden Farben sind zwei getrennte Einheiten und diese verbleiben auch so. Es ist nicht wie die Mischung aus Sahne oder Kaffee, sondern wie eine Mischung aus 50 grauen Marmorkugeln und 50 blaumarmorierten Kugeln in einem Eimer. Wenn Du eine Handvoll herausgreifst, wirst Du einige blaue und  einige graue Kugeln in der Hand halten, aber keine Mischfarben. Wenn Du genug Handvoll herausholst, erhältst Du 50% blaue und zu 50% graue Kugeln, genau wie es ist, wenn man einen blauen Weimaraner mit einem grauen Weimaraner in ausreichender Häufigkeit paart, dass das Gesetz des Durchschnitts in Kraft treten kann.
Diese blauen Weimaraner Welpen haben genetische Faktoren für sowohl die blauen als auch die grauen Farben und werden als "Blaudominant" bezeichnet.
Wenn ein blauen Nachkomme von einem blauen und einem grauen Elternteil mit einem anderen blauen Nachkomme von einem blauen und einem grauen Elternteil verpaart wird, ist die genetische Erwartung eines Wurfes, dass zu 25 Prozent reine graue und 75 Prozent blaue Welpen fallen.
Diese Grau Graue wird sauber und sie tragen keine blauen Faktoren und wenn sie mit einem anderen grauen Weimaraner gepaart werden, dann werden keine blauen Nachkommen in den künftigen Generationen fallen.
Die 75% der Welpen, die in der Farbe Blau fallen, sind genetisch gesehen zwei verschiedene Arten von Blau - reines Blau und Blaudominante.
Fünfundzwanzig% der 75% sind rein blau, und sie werden keine grauen Faktoren tragen, und egal ob sie mit blauen oder grauen Weimaranern gepaart werden, so werden nur blauen Welpen produziert.
Die restlichen 50% blaue Welpen sind Blaudominant, sie tragen Faktoren für sowohl blau und grau und wenn sie mit grauen Weimaranern gepaart werden, dann werden Würfe mit 50% grauen und 50% blaudominanten Weimaranern produziert.


Jeder graue Weimaraner, egal ob einer oder beide seiner Eltern und/oder seiner Vorfahren blaue oder graue Weimaraner sind, ist rein grau und er trägt keine blauen Faktoren.
Wenn er einen blauen Faktor trüge, würde seine Farbe Blau sein und nicht Grau.

Aber es gibt eine genetisch gesehen zwei Arten von Blau - reines Blau und Blaudominante.
Diese können nur dann unterschieden werden, wenn man sie heranwachsen lässt, mit grauen Weimaranern verpaart und den fallenden Wurf betrachtet.


Eine ungewöhnlich große Anzahl von silbergrauen Nachkommen der blauen Weimaraner haben höchste Auszeichnungen auf der amerikanischen Bench-Show und im Field-Trial gewonnen. Unter ihnen sind: Ch. Lotti von Tonteich, CH. Von Gaiberg's Fricka, CH. Von Gaiberg's Esta, Kan. Von Gaiberg's Xavier, Ch.. Von Gaiberg Edda, CH. Von Gaiberg Olga, ... nicht zu vergessen, CH. Von Gaiberg Ord, welcher der zweite Hund in der Geschichte der Weimaraner ist, der die Auszeichnung "Best in Show" bei einer Rassehundeausstellung des AKC in den Vereinigten Staaten gewonnen hat.
Ord, der Enkel und Urenkel des blauen Weimaraner wurde auch "Best of Breed" im Jahr 1957 auf der „National Specialty Show“ des Weimaraner Club of America, der größten Weimaraner Show jemals, mit 114 beteiligten Weimaranern. Ord hat auch den Titel "Best of Breed" im Jahre 1957 auf der Show des Westminster Kennel Club im Madison Square Garden, New York City gewonnen. Ein wirklich bemerkenswerter Rekord.
Er ist außerdem auch ein ausgezeichneter Jäger und Retriever.


Die blauen Nachkommen von Cäsar von Gaiberg haben sich ebenfalls durch ihre hervorragende physikalische Beschaffenheit und herausragende jagdlichen Fähigkeiten bewiesen.
Sie haben weniger öffentliche Anerkennung als ihre silbergrauen Brüder erhalten, nicht nur allein wegen der bösartigen Verleumdungskampagne, die kontinuierlich gegen sie durchgeführt wurde, sondern auch, weil der aktuelle Rassestandard die blaue Farbe als Fehler einstuft.

Zu den herausragenden blauen Nachkommen von Cäsar von Gaiberg gehören Ch. Cäsars Jobuc und Greta  von Grafenstein, die jetzt einen Fünf-Punkte, einen Drei-Punkte und zwei Zwei-Punkte Show-Siege auf ihrem Konto verbuchen können, welche ihnen alle innerhalb der letzten 2 Jahre von einigen der in Amerika am meisten respektierten, berühmten und kompetenten Ringrichtern erteilt wurden wie Isidor Schönberg, Percy Roberts und Hans Oberhammer.
Der angesehene amerikanische Allround-Richter Dr. AA Handschuh, hat in einer Korrespondenz angegeben, dass er in den Jahren 1912 bis 1914 als Richter an mehreren Hundeausstellungen in Deutschland fungierte und dass er auf diesen Shows viele so bemerkenswerte Weimaraner von der gleichen Farbe wie Cäsar von Gaiberg sah, welchen er 1950 in Waterloo, Iowa bewertet hatte.

Seit 1950 grassierten ständig Gerüchte in Amerika, dass blaue Welpen in Würfen fielen, deren Eltern beide silberfarben waren und der eine oder beide Nachkommen von Cäsar von Gaiberg waren.
Es wurden viele Versuche angestellt, die diese Gerüchte beweisen sollten, doch bisher hat sich jedes Gerücht als falsch erwiesen, wie auch nach den Mendelschen Gesetzen der Genetik zu erwarten war.
Es gibt nicht einen authentischen Fall eines blauen Welpen in Amerika, dessen Eltern beide silbergrau waren.
Alle silbergrauen Weimaraner, unabhängig von der Farbe seiner Eltern oder Vorfahren sind genetisch rein silbergrau und (abgesehen von Mutation) können keine blauen Welpen produzieren, es sei denn, einer der Eltern ist blau.


Mit anderen Worten - ein Züchter muss bewusst die blaue Farbe suchen und einsetzen.

Jeder Weimaraner, dessen Eltern beide beim AKC registriert sind, ob blau oder grau, hat Anspruch auf die Registrierung durch den AKC.
Ein A.K.C. registrierter blauer Weimaraner ist berechtigt, auf jeder AKC Hundeausstellung gezeigt und bewertet zu werden.


Nach dem derzeitigen Standard, gilt die blaue Farbe als Fehler im Ring, aber es ist ganz im Ermessen des Ringrichters einen blauen Weimaraner vor einem grauen Weimaraner zu platzieren, welchen er weniger fehlerfrei findet als den blauen.
Die blaue Farbe des Weimaraners ist definitiv kein Grund zur Disqualifikation im Ring, unabhängig von dem Umstand, dass einflussreiche Interessenten erfolglos versucht haben, sie zu diesem zu machen -  zum Zeitpunkt da der aktuelle Rassestandard vom  AKC genehmigt wurde.

Der blaue Weimaraner in Amerika ist ein direkter Nachfahre der berühmtesten Weimaraner Familien in Deutschland.
Cäsar von Gaibergs Großvater mütterlicherseits, Nelson von Lee erhielt den höchsten Titel in europäischer Hundebewertung im Jahre 1935, nämlich "Sieger der Welthundeausstellung".
Nelson von Lee's Tochter und Cäsar von Gaibergs Mutter Cilly von Kreuzgrund wurde selbst ein internationaler Champion.
Aura von Gaiberg war eine der herausragenden Weimaraner für das amerikanische Zucht-Programm. Ihre Farbe war Silbergrau.

Anfang 1950 war ich ein aktiver Verteidiger des blauen Weimaraners in Amerika. Ich war dies, weil mein Studium der Rasse mich davon überzeugt hatte, dass die Vorfahren der amerikanischen Blues, Cäsar von Gaiberg, und seine berühmten Vorfahren, die bestimmten Merkmale der Physik (mit Ausnahme der Farbe) und die ausgeprägten natürlichen Jagdinstinkte in sich trugen, welche mehr als notwendig waren, schwerwiegende Mängel, die in unseren amerikanischen Weimaraner verbreitet sind, zu beseitigen.
Mein Zuchtprogramm der letzten sieben Jahre war auf dieser Prämisse basiert und seine Richtigkeit schien ausreichend von den Richtern der vielen Ausstellungen belegt, auf welchen meine Hunde bewertet wurden, die in Übereinstimmung mit dieser Voraussetzung gezüchtet wurden.

Wenn es notwendig gewesen wäre, die blaue Farbe wieder zu zerstören, um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen, war ich bereit, es zu tun.
Aber wie die Zucht vorangeschritten war, wurde es bald klar ersichtlich, dass die blaue Farbe über das rezessive silbergrau dominiert.
Seitdem ist es bewiesen, dass Cäsar von Gaiberg oder einer seiner blauen Nachkommen graue Nachkommen produzieren, die genetisch rein sind sowohl physisch und was ihre jagdliche Gene angeht, während die blaue Farbe vollständig beseitigt werden kann, wenn sie mit silbergrauen Hunde gezüchtet wird.

Für mich ist die Frage nicht, ob die blaue Farbe von untergeordneter Bedeutung ist. Es ist nur eine Frage des persönlichen Geschmacks und die Farbe kann, wenn es gewünscht wird komplett aus der Rasse innerhalb nur einer Generation entfernt werden und man kann trotzdem die andere wünschenswerten Eigenschaften des Cäsar von Gaiberg und seine berühmten Vorfahren bewahren.

Ich persönlich mag die blaue Farbe nicht. Sie ist wunderschön in der Welpen-Phase, aber sowie der Hund reift,  wird die frühe Farbe dunkler (wie auch bei silbergrauen Weimaranern) und für mich weniger attraktiv. Aus diesem Grund allein werden jetzt alle blauen Welpen getötet, in meiner eigenen Zucht fallen.
Ich verpaare keine meiner männlichen grauen Weimaraner mehr mit blauen Hündinnen ohne die Vereinbarung, dass alle blauen Welpen zerstört werden.

Ich besitze keine blaue Weimaraner.

Menschen, die die blaue Farbe mögen, sollten sie auf jeden Fall haben.
Blaue Weimaraner sind so rein wie ein grauer Weimaraner und ihre Existenz stellt keine Bedrohung für die Zukunft der Rasse dar, mit Ausnahme der anhaltenden Misserfolge von anderen Blut-Linien ihrer Nachkommen, sowohl blau als auch grau.

Von Gaiberg Zwinger - registriert 407 15th Street, Santa Monica, Kalifornien - Juli 8, 1957


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